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Gesundheitstipps

Hier möchten wir Ihnen Hinweise und Anregungen zu verschiedenen Erkrankungen und Notfällen geben.

Wenn Sie einen akuten Notfall mit Ihrem Tier haben, zögern Sie nicht und rufen uns an!
Unser Praxistelefon ist weitergeschaltet und wir sind für die meisten möglichen Notfälle eingerichtet.

Erste Hilfe beim Hund! 

Kurzgefaßter Ratgeber für den Notfall

Atmung: 10 bis 30 Atemzüge pro Minute
Körpertemperatur: 37,5 C bis 39,0 C
Puls: 70 bis 120 Schläge pro Minute
Kapillare Füllungszeit: 1 bis 2 Sekunden (Mundschleimhaut)

Akuter Durchfall

Krankeitssymptome: Entleerung von wässrigem Kot gelbbraun bis blutig, vermehrter Kotabsatz, Apathie.

Erste Hilfe: Kein Futter! Als Flüssigkeit leichten Tee oder Elektrolytlösung anbieten, warm halten, keine Arzneimittel eingeben, frühzeitig mit Kotprobe zum Tierarzt.

Erbrechen, Speichelfluss

Krankeitssymptome: Würgebewegungen, Entleerung von Futter und Schleim oder weißem Schaum aus dem Maul, heftige Pfotenbewegungen zum Mund, Fremdkörper im Maul?

Erste Hilfe: Nahrung und Flüssigkeit entziehen! Bei wiederholtem Erbrechen: Verdacht auf Fremdkörper, Entzündungen oder Infektionskrankheiten, unbedingt den Tierarzt aufsuchen! Rasch starker Flüssigkeitsverlust!

Krampfanfälle

Krankeitssymptome: Gekrümmte Körperhaltung, Muskel-Zittern, eventuell Speichelfluss; Bewegungsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit.

Erste Hilfe: Auf den Boden legen, nichts eingeben! Transport: weiche Decke unterbreiten. Bei Bewusstlosigkeit Zunge weit herausziehen.

Augenbeeinträchtigung

Krankeitssymptome: Blinzeln oder geschlossenes Auge, Lichtscheue, wässriger bis schleimiger Augenausfluss, Lidschwellung, starke Rotfärbung der Bindehaut, graublaue Verfärbung der Hornhaut, Fremdkörper (Granne), Augapfelvorfall.

Erste Hilfe: Verringerung des Lichteinfalls, kalte Kompressen; sichtbare Fremdkörper: wenn leicht entfernbar, herausnehmen, möglichst bald den Tierarzt aufsuchen! (auch wenn Fremdkörper entfernt, wegen möglicher unsichtbarer Hornhautverletzung).

Magendrehung (bei großen Hunden)

Krankeitssymptome: Plötzliches Anschwellen des Bauches, Kurzatmigkeit.

Erste Hilfe: Sofort Tierarzt aufsuchen!

Ohrenschmerzen

Krankeitssymptome: Kopfschütteln, Kratzbewegungen mit den Pfoten, eventuell Gleichgewichtsstörungen; plötzlich auftretendes Kopfschütteln spricht für das Eindringen einer Getreidegranne.

Erste Hilfe: Nichts in den Gehörgang einbringen, da Fremdkörper tiefer eindringen, besteht Gefahr der Trommelfellperforation - daher sofort zum Tierarzt.

Unfall / Schock

Krankeitssymptome: Sichtbare Verletzungen und/oder Verdacht auf innere Verletzungen.

Erste Hilfe: Tiere ruhig lagern, Vorsicht! verletzte Tiere machen Abwehrbewegungen: Biss- und Kratzgefahr, ev. Kieferschlinge anlegen. Blutstillung durch Verband, Transport: Decke unterbreiten, vorsichtig heben und legen. Freie Atmung ermöglichen.

Vergiftung

Krankeitssymptome: Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Bewusstlosigkeit, Blutungen aus den Körperöffnungen.

Erste Hilfe: Wenn möglich Feststellung des Giftes: Packungen aufheben; umgehend den Tierarzt aufsuchen, Kohle eingeben oder Salzwasser zum Erbrechen (nach Rücksprache mit dem Tierarzt).

Wärmestau ("Hitzschlag")

Krankeitssymptome: Starkes Hecheln, Krämpfe bis zur Bewusstlosigkeit, hochrote Schleimhäute, hohe Körpertemperatur.

Erste Hilfe: Für Abkühlung sorgen (in den Schatten legen, mit kaltem Wasser abspülen), unbedingt Tierarzt aufsuchen!

Zeckenbiss

Krankeitssymptome: Festgesaugtes Insekt, Rötung der Bissstelle.

Erste Hilfe: Mit der Zeckenzange kreisförmig den Zeckenkörper bewegen, bis dieser abfällt, Bissstelle mit Desinfektionsmittel abtupfen. Bleibt die Rötung: Tierarzt aufsuchen!

Weitere Informationen und Ratschläge 

rund um Ihre vierbeinigen Freunde finden Sie auch auf den Seiten der Tierärztekammer Westfalen-Lippe unter der Rubrik Tierhalterteil: Patienten-Info

Was muss ich tun, um die Flöhe auf meinem Hund/Katze loszuwerden?

Erfolgreiche Flohbekämpfung umfasst:

  1. Die Entfernung der Flöhe von ihrem Hund/Katze.
  2. Die Kontrolle der Flöhe in der Umgebung Ihres Hundes/Katze

Hunde / und Katzen haben dieselben Flöhe. Deshalb ist die Bekämpfung bei mehreren Tieren in einem Haushalt und besonders bei Anwesenheit einer oder mehrerer, freilaufender Katzen besonders schwierig. Kenntnisse über den Lebenszyklus des Flohs helfen Ihnen, die Schwierigkeiten der Flohbekämpfung genauer zu verstehen.

Wie sieht der Lebenszyklus von Flöhen aus?
Der Lebenszyklus des Flohs ist in vier Stadien aufgeteilt. Die einfach zu erkennenden erwachsenen Flöhe machen nur etwa 5 % der gesamten Flohpopulation aus, wenn man alle vier Entwicklungsstadien zusammennimmt.
Dieser ganze Lebenszyklus (Floh --> Ei --> Larve--> Puppe --> Floh) kann innerhalb von 14-21 Tagen vollendet werden, wenn die Temperatur und die Feuchtigkeit in der Umgebung optimal sind. Bei ungünstigen Umgebungsbedingungen kann diese Entwicklung aber auch 3-5 Monate dauern.

Stellen die Flöhe eine Gefährdung für meinen Hund/meine Katze dar?
Ohne Flohbekämpfung saugt das Flohweibchen während seinem gesamten Leben Blut. Während dieser Zeit kann es bis zum 15fachen des Körpergewichtes aufnehmen. Flohmännchen saugen deutlich weniger. Dies führt manchmal zu einem deutlichen Blutverlust (Anämie). Bei jungen oder kranken Hunden/Katzen kann diese Anämie lebensgefährlich werden.

Viele Tiere tolerieren auch sehr hochgradige Flohbefälle mit Gleichgültigkeit, während andere sich fortwährend kratzen und beißen, auch wenn nur wenige Flöhe anwesend sind. Dies geschieht dann wegen einer Flohspeichelallergie. Beim Biss des Flohs gerät eine kleine Menge Flohspeichel in das Tier, um dort Hautzellen aufzulösen und die Blutmahlzeit zu ermöglichen. Manche Hunde/Katzen reagieren auf die im Speichel enthaltenen Substanzen allergisch. Dies ist die Ursache für den immensen Juckreiz.

Reisen mit Tieren

Bei einer Reise mit Ihrem Hund oder Ihrer Katze machen erst die Planung und Vorbereitung den Ausflug für Sie und Ihr Tier angenehm und sicher.

Bevor Sie zu einer langen Reise aufbrechen, sollten Sie vorher sichergehen, dass Ihr Tier das Reisen verträgt. Einige Tiere verhalten sich in einer nicht vertrauten Umgebung unsicher und verderben so jedem die Fahrt. Auch kranke oder körperlich geschwächte Tiere können den Reisestress nicht vertragen. In diesen Fällen sollten Sie Ihr Tier lieber bei Freunden, Verwandten oder in einer guten Tierpension lassen.

Reisende, die Freunde besuchen wollen, sollten diese erst befragen, ob ihnen Tiere willkommen sind. Sie sollten sich vergewissern, ob in Hotels, Pensionen oder auf Campingplätzen Tiere erlaubt sind. Nur einige lassen Tiere zu und stellen dafür bestimmte Plätze zur Verfügung. Hier sollte dem Tier das Sitzen auf Betten oder Stühlen nicht erlaubt werden. Wenn sie Ihr Tier allein im Zimmer lassen müssen, sollten Sie das Schild "Nicht stören" an die Tür hängen und das Zimmermädchen bzw. die Rezeption informieren.

Hier noch einige Tips, wenn Sie eine Reise mit Ihrem Tier im Auto oder Flugzeug planen:

  1. Das Tier sollte ein Halsband mit vollständiger Adresse und eine Hundemarke tragen.
  2. Für das Überschreiten einer Ländergrenze braucht der Besitzer einen EU-Heimtierausweiss mit einer gültigen Tollwutimpfung und eine eindeutige Identifizierung mit einem Mikrochip für sein Tier. Für Länder ausserhalb der EU gelten gesonderte Vorschriften, die Sie bei Ihrem Tierarzt erfragen können.
  3. Denken Sie beim Packen auch an die Lieblingsspielsachen, die Schüsseln, die Decke und das gewohnte Futter Ihres Tieres. 
  4. Bevor Sie auf eine lange Reise gehen, lassen Sie Ihr Tier noch einmal gründlich von Ihrem Tierarzt untersuchen.

Fliegen mit Ihrem Tier

Falls Sie Ihr Tier auf eine Flugreise mitnehmen müssen, sollten Sie, um schlechte Erfahrungen zu vermeiden, einige Richtlinien beachten:

Die Bestimmungen verlangen, dass Hunde oder Katzen mindestens 8 Wochen alt sein müssen und wenigstens 5 Tage vor dem Flug bei der Fluglinie angemeldet sein müssen. Ein gültiges Gesundheitszeugnis und Tollwutimpfpass werden erwartet.

Reisende sollten sich bei Ihrer Fluggesellschaft nach Bestimmungen und Angeboten erkundigen und rechtzeitig reservieren.

Normalerweise eignen sich Direktflüge oder Flüge mit möglichst wenig Zwischenstops während der Woche am besten. Während des Sommers kann die Gefahr eines Hitzestaus für Ihr Tier durch einen Flug am späten Abend oder in den frühen Morgenstunden verringert werden. Erkundigen Sie sich auch über sonstige Frachtbedingungen. Trockeneis als kühlendes Element in der Transportbox kann tödlich sein.
Ihr Tier sollte von Ihnen daran gewöhnt werden, in einem Käfig zu verbleiben, und bei der Ankunft plötzlich hochgenommen zu werden. Hunde sollten nie auf einer Rolltreppe mitgenommen werden.

Fragen Sie Ihren Tierarzt nach den speziellen Fütterungsempfehlungen. Alter und Grösse des Tieres, Zeit und Entfernung des Fluges und die normalen Fütterungszeiten sollten aufeinander abgestimmt werden.

Parasiten:

Bei Reisen mit dem Tier in die Mittelmeerländer sollte man an vorbeugende Maßnahmen gegen verschiedene, dort vorkommende Parasiten denken. Dies ist gerade jetzt wichtig, wo die Sommerferien vor der Tür stehen!

Herzwurm (Dirofilaria immitis)

Bedeutung: Der Herzwurm ist in Europa hauptsächlich in der Mittelmeerländern verbreitet. Besonders betroffen sind Norditalien (Po-Ebene), Spanien, Südfrankreich sowie der östliche Mittelmeerraum. Auch in Süden der Schweiz (Tessin) kommen Herzwürmer vor. Ein geringer Befall bleibt meist symptomlos. Bei massiver Infektion treten Husten, Leistungsminderung, Blutarmut und Gewichtsverlust auf. Im Spätstadium der Erkrankung kann Herzversagen zum Tode führen. Herzwürmer spielen vor allem bei Hunden eine Rolle, aber auch Katzen können sich infizieren und schwer erkranken.

Aussehen: Der ausgewachsene Wurm ist bis zu 30 cm lang.

Im Tier: Herzwürmer siedeln sich im rechten Herz und in den dazugehörigen, großen Gefäßen an.

Infektion: Mücken dienen als Überträger von Herzwurmlarven. Erwachsene Herzwürmer scheiden Larven (sog. Mikrofilarien) in die Blutbahn aus. Diese werden von der Mücke bei einer Blutmahlzeit an einem infizierten Tier aufgenommen. In der Mücke entwickelt sich die Larve weiter, wird infektiös und kann mit dem nächsten Stich auf den nächsten Wirt (Hund) übertragen werden. Nach dem Stich einer infizierten Mücke wandern die Larven in Hunden oder Katzen zum Herzen und zu den großen Lungengefäßen, wo sie sich ansiedeln in innerhalb von sechs Monaten zu erwachsenen Herzwürmern heranreifen.

(Informationen aus: „Alles über Würmer bei Hunden und Katzen“, Fa. Novartis Animal Health, 2010)
Wir beraten Sie gerne, welche Möglichkeiten der Vorbeugung gegen die Ansteckung bestehen!

Leishmaniose (L. Infantum)

Bedeutung: Die Leishmaniose ist weit verbreitet und stellt eine schwere Erkrankung für Hunde im gesamten Mittelmeerraum dar. Sie ist deshalb von Interesse für Hundehalter, die mit ihren Tieren in diese Gebiete reisen.
Mit dieser durch die infizierte Sandmücke übertragenen parasitären Erkrankung haben sich heute schon über 2,5 Millionen Hunde infiziert, und die Erkrankung schreitet weiter Richtung Norden vor. Durch die Zunahme der Reisen mit Hunden in diese Gebiete und ansteigenden Importen von Hunden aus diesen Ländern hat die Bedeutung eines sicheren Schutzes vor dieser schwerwiegenden Erkrankung zugenommen.
Die Erkrankung ist eine Zoonose, wobei Hunde in Europa das Erregerreservoir bilden. Damit stellt die Leishmaniose einerseits ein großes Problem für die Hundehalter dar, andererseits nimmt die Bedeutung auch in der Humanmedizin ständig zu. 

Infektion: Die Leishmaniose wird durch Sandmücken übertragen. Der Erreger ist ein Einzeller. Der Lebenszyklus des Parasiten besteht aus der Übertragung der beweglichen Form des Parasiten durch die Sandmücke in den Wirt (Hund oder Mensch). Die beweglichen Formen des Parasiten werden durch die Makrophagen (Fresszellen) des Wirtes aufgenommen und wandeln sich dort in eine nicht bewegliche Form um. Danach kommt es zu einer massenhaften Vermehrung des Erregers, wodurch die Makrophagen (Fresszellen) platzen und der Parasit neue Zellen infizieren kann. Mit einer erneuten Blutmahlzeit werden die unbeweglichen formen von der Sandmücke aufgenommen und formen sich im Darm der Mücke wieder zu den beweglichen Formen des Parasiten um.
Die Symptome entwickeln sich bei einigen Hunden zum Teil erst nach mehreren Jahren, so dass ein langer Zeitraum zwischen Infektion und Diagnose der Erkrankung entstehen kann, in dem der Hund das Reservoir für die Infektion anderer Hunde und des Menschen darstellt.
Symptome des Hundes sind unter anderem:

  • Fieber. Verlust des Haarkleids vor allem um den Augenbereich, Gewichtsverlust
  • Dermatitis und Krallenveränderungen
  • Erkrankungen der inneren Organe, die zu Gelenkentzündungen, Blutarmut und Nierenversagen führen können 

(Informationen aus: Leishmania News 2012, Nummer 1, Deutschland Edition, Fa. Virbac)

Wir beraten Sie gerne, welche Möglichkeiten der Vorbeugung gegen die Ansteckung bestehen!